Frühstart - Elterninitiative für Früh- und Risikogeborene Hamburg e.V.
Berichte-Archiv 2014
17. November 2014: Weltfrühgeborenentag - Aktionen im UKE und Wilhelmstift

17. November 2014: Weltfrühgeborenentag - Aktionen im UKE und Wilhelmstift Der Weltfrühgeborenentag möchte über Landesgrenzen hinweg alljährlich über Frühgeburt und ihre Folgen für die Familien informieren. Dazu finden Aktionen in Europa, Amerika, Afrika und Australien statt.

Der Weltfrühgeborenentag im UKE


Auch in diesem Jahr organisierte Melanie Brandt in Zusammenarbeit mit Frühstart und vielen anderen eine große Aktion im Foyer des Neuen Klinikums. Durch ihr unermüdliches Engagement gelang es, alle an der Betreuung der Frühgeborenen und ihrer Eltern beteiligten Gruppen für diese Aktion zu gewinnen, so dass den Besuchern ein umfassender Einblick ermöglicht werden konnte.

Neugeborenen-Intensivstation
Melanie Brandt, Mandy Lange, Britta Buderius und Judith Karger-Seider von der neonatologischen Intensivstation präsentierten mit Unterstützung des Leiters Prof. Dr. Dominique Singer die medizinische Frühchenversorgung und das Konzept der entwicklungsfördernden Pflege.

Nachsorgesprechstunde
Der Leiter der Nachsorgesprechstunde Oberarzt Dr. Thilo Diehl führte das Testmaterial für die Entwicklungstestung vor und berichtete, dass die Nachsorge für Frühgeborene im UKE ab 2015 bis ins Vorschulalter ausgeweitet wird.

Kinderlotse e.V.
Sabine Männike informierte über die ambulante psychosoziale Nachsorge für Frühchen-Familien durch die Case-Managerinnen des Kinderlotsen in der ersten Zeit nach der Klinikentlassung.

Haus Mignon
Ruth Enste gab Informationen zur Frühförderung. Die Musiktherapeutin Maya Schneider stellte ihre musiktherapeutische Arbeit mit Frühgeborenen und ihren Eltern auf der Station 5E vor, die von der Benita Quadflieg-Stiftung gesponsert wird. Spezielle Musikinstrumente wurden gezeigt und konnten ausprobiert werden.

Frühstart Hamburg
Alexandra Hückelheim, Andrea Rahlf, Hedda Sperl, Sabine Tötter, und Sylvia Wehde präsentierten die Arbeit von Frühstart.

An den Info-Ständen wurde die Arbeit mit Frühgeborenen sehr anschaulich mit vielen Fotos, 2 Inkubatoren mit Demonstrationspuppen – auch Frühchenpuppe Lewis war wieder dabei – sowie Test- und Informationsmaterial erklärt.

Die Kinder konnten beim Glücksrad-Drehen und Kronkorken-Angeln Preise gewinnen, die von der Budnianer Hilfe und dem Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt worden waren.

Einige ehemalige Frühchen besuchten uns und waren natürlich die "Stars"!
Für die Schwestern, Ärzte und uns Frühstart-Aktive war es sehr berührend zu erfahren, wie positiv die Kinder sich in der Folgezeit nach dem Klinikaufenthalt entwickelt hatten. Aufgrund eines Aufrufs in der Hamburger Morgenpost besuchte uns ein ehemaliges Frühchen, das inzwischen zu einem 34-jährigen Mann herangewachsen war. Er hatte eine kleine Kollage mit Fotos aus seiner Zeit als Frühchen in der Klinik mitgebracht.

Das Interesse von Presse und Fernsehen war in diesem Jahr dank des Einsatzes der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit am UKE sehr groß: das Eppendorfer Wochenblatt wies am Vortag in einem Bericht auf die Veranstaltung hin, Kamera-Teams von NDR, Hamburg Journal und Hamburg 1 filmten und sendeten ihre Beiträge im Abendprogramm.

Außerdem interviewte die Hamburger Morgenpost die Drillingseltern Dörte und Kolja Seeckt, deren Kinder zu der Zeit noch stationär im UKE betreut wurden. Wir bedankten uns bei Familie Seeckt für ihren Einsatz mit einer "Lagerungsschnecke" (gesponsert von der kleinen Manufaktur Tinéba), mit der die Frühchen in eine angenehme Position gebettet werden können. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich "frisch gebackene" Frühchen-Eltern mit einem Interview und Fotos von ihren Kindern an die Öffentlichkeit wagen!

Frühstart möchte sich an dieser Stelle noch einmal herzlich für den großen Einsatz aller Beteiligten an diesem Tag bedanken, besonders bei Schwester Melanie Brandt, die seit vielen Jahren Frühstart-Mitglied ist und die Aktion im UKE mit enormem Zeitaufwand, Ideenreichtum und organisatorischem Einsatz auf die Beine stellt. Es gelingt uns gemeinsam von Jahr zu Jahr immer besser, die Öffentlichkeit am Weltfrühgeborenentag auf die Versorgung der Frühchen in den Kliniken und die Erfahrungen und Sorgen ihrer Eltern aufmerksam zu machen. – Denn bei den Frühgeborenen handelt es sich mittlerweile um die größte Patientengruppe in der Kinder- und Jugendmedizin (10 % der Geburten) in Deutschland. Bei den Behandlungskonzepten, in der Elternberatung und auf politischer Ebene gibt es auch zukünftig noch viel zu tun, um die Versorgung der Frühchen und ihrer Familien zu verbessern!

Andrea Rahlf


Der Weltfrühgeborenentag im Wilhelmstift


Eine Wäscheleine bestückt mit Mini-Söckchen und ein Inkubator im Eingangsbereich des Kinderkrankenhauses Wilhelmstift machten Mitarbeiter und Besucher am 17. November 2014 auf den Weltfrühgeborenentag aufmerksam.

Zu diesem besonderen Tag hatten die Familienorientierte Nachsorge SeeYou und Frühstart ehemalige kleine Patienten und ihre Familien ins Wilhelmstift/Patrizia Kinderhaus eingeladen.

Gemeinsam mit Dr. Koch, Chefarzt der Neonatologie und Intensivmedizin, und Mitarbeiterinnen von SeeYou und der Intensivstation freuten wir uns über ein Wiedersehen und Kennenlernen. Bei Kaffee und Kuchen gab es viel Raum für einen Austausch aller Teilnehmer.

Im Anschluss konnte das neue Elternzimmer besichtigt werden, das in räumlicher Nähe zu der Intensivstation liegt. Der frisch gestaltete Raum bietet Eltern eine Rückzugsmöglichkeit für eine kleine Auszeit vom Stationsalltag. Helle Möbel und eine Küchenzeile sollen den Eltern und Angehörigen der kleinen Intensivpatienten das Krafttanken erleichtern.

Ulrike Döhrn


28. Oktober 2015: Schulstammtisch

28. Oktober 2015: Schulstammtisch Hedda Sperl, Ulrike Döhrn und ich konnten im Restaurant "Halle 13" am Stadtpark 3 Elternpaare und 6 Mütter mit Kindern zwischen 4 und 14 Jahren begrüßen. In gemütlicher Runde und bei einem leckeren Essen kamen alle Eltern mit ihren Anliegen zu Wort.

"Mein Kind hat sich gut entwickelt, aber...!"


Dieser Satz war von den meisten Eltern zu hören, die unseren 2. Schulstammtisch in diesem Jahr besuchten. Alle Eltern freuten sich über eine, trotz der ungünstigen Startbedingungen durch die zu frühe Geburt, positive Entwicklung ihrer Kinder und waren zu Recht stolz auf das bisher Erreichte. Jedoch halten der bevorstehende Schuleintritt und auch die ersten Erfahrungen mit der Schule viele "Stolpersteine" für Eltern und Kinder bereit.

Der "richtige" Zeitpunkt für die Einschulung


Es gab sehr unterschiedliche Erfahrungen bezüglich der Chancen für eine erfolgreiche Beantragung einer Rückstellung wegen Frühgeburt.
In Hamburg scheint es generell schwierig bis unmöglich, während z.B. eine Norderstedter Mutter die Rückstellung ihrer Zwillinge durchsetzen konnte und sehr zufrieden mit ihrer Entscheidung war. Jedoch lief es auch hier nicht ganz problemlos, denn die Schulbehörde ordnete zunächst als "Auflage" für die Rückstellung eine Frühförderung an, die aber bereits erfolgreich beendet worden war.

Anforderungen an Konzentration und Leistung


Es bestehen vor einer Einschulung oft Zweifel, ob die Kinder den Anforderungen an Konzentration und Leistungsvermögen auf einer "normalen" Schule gewachsen sein werden. Zusätzliche Sorgen bereiten den Eltern Regulationsprobleme im Bereich der Stressbewältigung und eine zarte körperliche Konstitution ihrer Kinder, die dazu beitragen, dass diese schneller erschöpft sind. Auch lange Schultage im Rahmen der Ganztagsschule können Frühchen an den Rand ihrer Kräfte führen.

Eltern mit bereits eingeschulten Kindern berichteten, dass die Kinder nach einem langen Schultag "platt" und erschöpft wären. Außerdem würden sie viel elterliche Hilfe benötigen, um den Schulstoff zu bewältigen.

Wir wiesen darauf hin, dass in Hamburg die Möglichkeit besteht, für Kinder, die eine besondere Unterstützung im Schulalltag brauchen, eine Schulbegleitung zu beantragen. Dafür müssen motorisch-körperliche, geistige oder psychosoziale Entwicklungsverzögerungen vorliegen (www.hamburg.de/contentblob/4315742/data/neu-a1-kurzinformation-schulbegleitung.pdf (Stand Feb. 2015)).

Essprobleme, Infektanfälligkeit und verzögerte Sprachentwicklung


Fast alle Eltern berichteten über Besonderheiten im Essverhalten ihrer Kinder, die auch eine Verpflegung im Schulalltag erschweren. Außerdem wurden häufige Infekte und damit verbundene längere Fehlzeiten in der Schule erwähnt. Eine verzögerte Sprachentwicklung führt auch zu Kontaktproblemen mit anderen Kindern.

Überlastete Eltern


Einige Eltern berichteten, dass sie sich überlastet und erschöpft fühlen. In diesem Zusammenhang sprachen wir über Eltern-Kind-Kuren und spezielle Kurangebote für Frühcheneltern. Frühstart vermittelt für interessierte Eltern gern einen Gesprächskontakt zu "kurerfahrenen" Müttern.

"Zufällig habe ich ein Foto dabei..."


Wie bei jedem Frühstart-Elterntreffen entstanden viele bereichernde Gespräche und gegen Ende des Abends wurden natürlich noch die neuesten Handy-Fotos der Kinder gezeigt. Der lebhafte Austausch dauerte bis 22.30 Uhr! Wir verabschiedeten uns mit dem Versprechen, auch im nächsten Frühjahr wieder ein Treffen zum Thema Frühchen und Schule zu organisieren.

Wir möchten alle Frühchen-Eltern mit Kindern vor und im Schulalter ermutigen, sich bei Problemen an Frühstart zu wenden. Wir vermitteln Ihnen auch gern Gespräche mit "erfahrenen" Eltern.

Andrea Rahlf


Rückblick Frühstart Workshop: Sensibilisierung für die Bedürfnisse Frühgeborener und ihrer Eltern

Ein neues Angebot von Frühstart für alle, die mit Frühgeborenen arbeiten


Seit April 2013 bietet Frühstart Hamburg einen Workshop an, der sich insbesondere an das Personal in Krippen, Kitas und Schulen sowie an alle Fachleute, die mit Früh-geborenen arbeiten, richtet. Auch Auszubildenden und Studierenden in psychosozialen Berufen (Kinderkrankenpflege, Frühförderung, Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie etc.) möchten wir mit dem Workshop einen Einblick in das Thema Frühgeburt vermitteln.

Ausgangslage: Warum dieser Workshop?


In den letzten Jahren sind viele Institutionen gegründet worden, die sich mit der Betreuung und Förderung von Frühgeborenen und ihren Eltern befassen:
  • Nachsorge-Einrichtungen, die den Übergang von der Klinik nach Hause ambulant begleiten
  • Nachsorgeambulanzen an den Geburtskliniken, die die weitere psychosoziale und gesundheitliche Entwicklung des Kindes kontrollieren
  • Frühförderungseinrichtungen, die das Kind und seine Eltern in der weiteren Entwicklung unterstützen
Dieses soziale Netzt trägt die Familie durch die ersten Lebensjahre des Kindes. Nach dieser Zeit stellen die Übergänge in die Kita und später in die Schule eine weitere Herausforderung für die Frühgeborenen und ihre Eltern dar.

Mögliche Entwicklungsverzögerungen, eine erhöhte Reizoffenheit verbunden mit erhöhter Stressanfälligkeit, Konzentrationsproblemen und Trennungsängsten können zu "Stolpersteinen" bei der sozialen Integration und beim Lernen werden. Es können Situationen entstehen, in denen sich Erzieher/innen und Lehrer/innen überfordert und Eltern nicht genügend mit ihren Problemen wahrgenommen fühlen.

Durch die steigende Zahl von Frühgeborenen sowie die Inklusionsbeschlüsse setzen sich Krippen, Kitas und Schulen immer häufiger mit Frühgeborenen und ihren Problemen auseinander.

Von der Idee zum Projekt


Auf einem Fachtag zum Thema Frühgeborene und Kita am 29.10.2011 in Hamburg wurde vielfach der Wunsch an uns herangetragen, mehr über das Thema Frühgeburt zu erfahren. Daraus erwuchs die Idee, für das Fachpersonal an Kitas und Schulen, aber auch anderen mit Frühgeborenen befassten Institutionen im Hamburger Umland einen Workshop zu dieser Thematik anzubieten. Das Projekt starteten wir schließlich im April 2013.

Um eine Durchführung des Workshops für die Einrichtungen organisatorisch zu erleichtern, entschlossen wir uns, aufsuchend zu arbeiten und ihn direkt "vor Ort" in der jeweiligen Einrichtung anzubieten.

Ein Workshop "mit allen Sinnen"


Im Rahmen einer Präsentation führen zwei Frühstart-Referentinnen (selber Frühchen-Mütter) die Teilnehmer/innen "mit allen Sinnen" durch die Erfahrungen Frühgeborener und ihrer Eltern während des Klinikaufenthaltes und der ersten Zeit zu Hause. Wir informieren sie über die Besonderheiten in der Entwicklung von Frühgeborenen. An vielen Stellen lassen wir unsere eigenen Erfahrungen als Frühchen-Mütter einfließen. Die Workshop-Inhalte stimmen wir auf die jeweilige Berufsgruppe ab. Dabei ist uns ein intensiver Austausch im Gespräch mit den Teilnehmern sehr wichtig, um sie bei ihren Wünschen und Bedürfnissen abzuholen.

Ergänzt wird der Workshop durch vielfältiges Anschauungsmaterial wie Frühchenpuppen und -bekleidung, eine Fotowand mit Frühchen-Fotos, die einen Entwicklungsverlauf zeigen und medizinisches Material. Klangproben von Überwachungsmonitoren und weitere Geräuschen auf einer Intensivstation, der Geruch nach Desinfektion und ein unerwarteter Pieks in die Hand sollen den Teilnehmern einen Eindruck von den sensorischen Erfahrungen von Frühgeborenen und ihren Eltern während des Klinikaufenthaltes verschaffen. Sie werden gebeten, sich "mit allen Sinnen" in die Situation der Frühchen und ihrer Eltern hineinzuversetzen, um über die Einfühlung einen vertieften Zugang zu deren Gefühlen und Empfindungen zu ermöglichen und die Wertschätzung für das Durchlebte zu erhöhen.

Außerdem haben wir Literatur-Tipps zusammengestellt und versorgen die Teilnehmer mit Flyern und Broschüren.

Der Workshop findet in der jeweiligen Institution statt, dauert 1,5 bis 2 Stunden und kostet pauschal 95,- € (unabhängig von der Teilnehmerzahl).

Den Flyer zum Workshop finden Sie hier zum Download.

Wie wird der Workshop bisher angenommen?


Seit dem Start des Projektes wurde der Workshop bis zum Herbst 2014 insgesamt 16 Mal gebucht. Eine, wie wir finden, sehr beachtliche Zahl, die auf ein großes Interesse am Thema hinweist.

Davon entfallen acht Veranstaltungen auf Kitas und Krippen und sechs auf therapeutische und Ausbildungseinrichtungen sowie weitere Institutionen der psychosozialen Versorgung. In 2014 wurde der Workshop zwei Mal von Schulen nachgefragt. In beiden Schulen liegen Erfahrungen mit Frühgeborenen vor und im Kollegium bestand der Wunsch nach einem besseren Verständnis der Problematik und einem Überdenken des pädagogischen Umgangs mit diesen Schülern.

Die Vielfalt der Institutionen (Kitas und Schulen, angehende Ergotherapeuten und Frühförderer, Tagesmütter, Hebammen, Frühe Hilfen und Wellcome) zeigt, dass sich immer mehr Berufsgruppen im Rahmen ihrer psychosozialen Tätigkeit mit Frühchen und ihren Eltern befassen.

Die Workshop-Teilnehmer konnten mit unseren Frühchen-Puppen im direkten Vergleich mit einer "normalen" Neugeborenen-Puppe ausprobieren, wie es sich anfühlt, ein Frühchen in den Armen zu halten. Diese konkreten, "fühlbaren" Vergleichsmöglichkeiten bewerteten die Teilnehmer als besonders positiv. Auch das Einfließen der persönlichen Erfahrungen der Referentinnen wurde als sehr wichtig und hilfreich eingeschätzt, um sich in die Situation von Frühchen und ihren Eltern besser hineinversetzen zu können.

Am Ende eines jeden Workshops brachten die Teilnehmer in einer Gesprächsrunde ihre eigenen Erfahrungen mit Frühgeborenen in ihren Einrichtungen ein und stellten Fragen dazu. Die Rückmeldungen verdeutlichten, dass die Teilnehmer durch den Workshop viele Probleme der Frühchen in ihren Kitas, Schulen und anderen Institutionen nun besser verstehen (vieles wird "plötzlich klar", "Aha-Erlebnisse") und künftig sensibler damit umgehen möchten. Es entwickelte sich bei allen eine größere Wertschätzung für das, was Eltern und Kinder schon erfahren und geleistet haben!

Auch die Möglichkeit, sich mit Fragen an Frühstart wenden zu können, fanden die Teilnehmer hilfreich.

Insgesamt zeigt die Resonanz (in Form von Rückmeldebögen und Gesprächen mit den Teilnehmern nach dem Workshop), dass wir die Ziele, die wir uns selber gesteckt hatten, erreichen!

Ausblick


Wir freuen uns sehr darüber, dass das Workshop-Angebot bisher so gut angenommen wurde und hoffen, zukünftig noch viele Einrichtungen damit zu unterstützen.

Für mich als Projekt-Leiterin ist es immer wieder eine Herausforderung, den Workshop an verschiedene Berufsgruppen und ihre Bedürfnisse anzupassen. Die Zusammenarbeit im Team mit Christiane Stock und Elisabeth Wesche macht großen Spaß und hat sich sehr gut eingespielt.
In jedem neuen Workshop lernen auch wir viel dazu, vor allem über die Erfahrungen, die Erzieherinnen, Lehrerinnen und Fachleute aus anderen psychosozialen Berufen in ihrer Arbeit mit den Frühgeborenen und ihren Eltern machen. Unsere Workshop-Erfahrungen sind deshalb auch hilfreich für unsere Elterngespräche in den Kliniken.

Andrea Rahlf


Neu für Frühchenmütter: Rückbildungsgymnastik für Mütter von frühgeborenen Kindern

Neu für Frühchenmütter: Rückbildungsgymnastik für Mütter von frühgeborenen Kinder

Im Universitären Perinatalzentrum Hamburg (UKE) und im Katholischen Marienkrankenhaus


An beiden Kliniken wurde von engagierten Krankenschwestern und Hebammen ein spezielles Angebot für Frühchen-Mütter entwickelt. Die Kurse finden im UKE in den Räumen des Kinderlotsen und im Marienkrankenhaus in der MARINA-Elternschule statt.

Warum Rückbildungsgymnastik für diese Zielgruppe?


Erfahrungsgemäß nehmen Mütter von Frühgeborenen selten an einer Rückbildungsgymnastik teil. Das hat verschiedene Gründe:
  • Scheu vor dem Vergleich ihrer Kinder mit reifgeborenen Babys
  • Zeitmangel: Mütter von Frühchen verbringen oft viele Wochen oder sogar Monate bei ihren Kindern in der Klinik. In dieser Zeit denken sie meist nicht an sich selber und stellen die eigene Befindlichkeit zurück.
  • Stress und Erschöpfung
Hinzu kommt, dass viele Frühchen-Mütter nur wenig Kontakt zu Gleichgesinnten haben, weil sie nach der Entlassung aus der Klinik meist nicht an den üblichen Gruppenaktivitäten wie PEKiP, Krabbelgruppen (erhöhte Infektionsgefahr) oder Babyschwimmen (zusätzlich zur Infektionsgefahr ungünstige Auswirkungen von Chlor auf die Atemwegsorgane) teilnehmen. Auch einen geeigneten Babysitter zu finden, ist nicht immer leicht!

Dabei ist Rückbildungsgymnastik gerade auch für diese Mütter besonders wichtig, denn...

  • sie fördert das körperliche Wohlbefinden, die Regeneration von Beckenboden und Bauchmuskulatur und sorgt für Entspannung im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich
  • kräftigt alle Muskelpartien, die sich während durch Schwangerschaft und Geburt verändert haben
  • zeigt auf, wie falsche Belastungen der Beckenbodenmuskulatur bei zukünftigen Sportaktivitäten vermieden werden können

Mehr als Gymnastik...


Bei Müttern von frühgeborenen Babys besteht meistens ein erhöhter Gesprächsbedarf. Sie haben belastende, oft traumatische Erfahrungen durchlebt. Der Austausch ist gerade für diese Mütter so wichtig, weil sich die Erfahrungen und Sorgen in einer Gruppe ähnlich Betroffener leichter ansprechen und aufarbeiten lassen. Die Mütter können in einem geschützten Rahmen Kontakte knüpfen und erleben, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein dastehen.

Wann, wie lange, welche Kosten?


Der Kurs sollte frühestens sechs Wochen bis spätestens neun Monate nach der Entbindung begonnen werden und wird, wie jeder Rückbildungskurs, mit der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse abgerechnet. Ein Kurs umfasst im UKE 7 Termine à 2 Stunden und im Marienkrankenhaus 8 Termine à 1,5 Stunden. Da damit die von der Krankenkasse maximal vorgegebene Stundenzahl überschritten wird, entsteht ein geringer Eigenanteil für die teilnehmenden Mütter. Die Kinder dürfen mitgebracht werden.

Ansprechpartnerin für Rückbildungsgymnastik im UKE
Melanie Brandt, E-Mail: me.brandt@uke.de

Ansprechpartnerin für Rückbildungsgymnastik im Marienkrankenhaus
Katja Keller, E-Mail: hebamme.katja@gmx.de

Wir wünschen uns, dass künftig noch mehr Frühchen-Mütter die Möglichkeit bekommen, an einer Rückbildungsgymnastik unter Gleichgesinnten teilzunehmen.

Andrea Rahlf


Ein Erfahrungsbericht


Ich habe ab Oktober 2013 am Kurs für Rückbildungsgymnastik für Früchenmütter teilgenommen, der vom UKE angeboten wurde. Fünf Monate nach der Geburt meiner Tochter war ich schon recht spät dran, aber wie wahrscheinlich viele Mütter in meiner Situation, war ich völlig überfordert mit dem Tagesablauf und konnte mich erst jetzt wieder auch um mich selber kümmern.
Der Kurs bot uns in 7 Sitzungen zusätzlich zu den Rückbildungs-Übungen die Möglichkeit, über die Erlebnisse in Bezug auf Frühchen zu reden und sich mit gleichgesinnten Müttern auszutauschen. Wir hatten zwar alle unterschiedlich verfrüht entbunden und eventuell selbst unterschiedliche Komplikationen erfahren, trotzdem hatten wir ähnliche Sorgen um uns und unsere Kinder. Die betreuende Hebamme Malena Hennings und die Fachkinderkrankenschwester Melanie Brandt haben uns unsere vielen Fragen beantwortet – von fachlichen Fragen zu Frühgeburt und Frühchen über die Aufklärung zum Thema Beckenboden bis hin zu Ratschlägen für die Bewältigung des Alltags mit Säuglingen.
Trotzdem durfte die Fitness nicht in den Hintergrund rücken und so mussten wir nach einer Stunde Diskussion für eine weitere Stunde schuften, um den Beckenboden wieder in Form zu bringen.
Mir hat besonders das Reden in sehr entspannter, friedlicher Runde noch einmal besonders geholfen, auch wenn meine Tochter zu diesem Zeitpunkt schon längst aus dem Krankenhaus entlassen worden war.

Alexandra Hückelheim


10. Oktober 2014: Übergabe von Frühchen-Puppe Lewis an Frühstart

10. Oktober 2014: Übergabe von Frühchen-Puppe Lewis an Frühstart

Herzlich Willkommen, Lewis!


Am 10.Oktober war es auch für Frühstart soweit: Baby Lewis wurde uns von Barbara Grieb, kommissarische 1. Vorsitzende vom Bundesverband "Das frühgeborene Kind" e.V. (BV), auf dem Symposium für Entwicklungsfördernde Pflege im Albertinen-Krankenhaus in Hamburg übergeben. Informationen zum Baby Lewis finden Sie im Bericht über den Tag der offenen Tür im UKE am 17. Mai 2014 und unter http://www.fruehgeborene.de/projekte/fruehchenpuppe-lewis.

Lewis war am gemeinsamen Info-Stand vom BV und Frühstart der Publikumsmagnet! Er weckte durch seine täuschende Echtheit in vielen Symposium-Besuchern intuitives Elternverhalten: alle wollten sein Köpfchen streicheln und ihn auf den Arm nehmen. Einige kamen im Laufe der zwei Veranstaltungstage immer wieder vorbei, um Lewis zu besuchen.

Wir werden "unser" Frühchen Lewis künftig in unserem Frühstart-Workshop "Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Frühgeborenen und ihren Eltern" und überall dort einsetzen, wo es gilt, auf die Besonderheiten einer Frühgeburt aufmerksam zu machen und ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie es Frühchen-Eltern bei der Kontaktaufnahme zu ihren Kindern geht.

Wir wünschen dem Bundesverband weiterhin viel Erfolg bei dieser tollen Spendenaktion und hoffen, dass künftig noch viele Frühchen-Puppen ein neues Zuhause finden.

Andrea Rahlf


26. September 2014: 40 Jahre Werner-Otto-Institut Hamburg

26. September 2014: 40 Jahre Werner-Otto-Institut Hamburg

"Gebt den Kindern die optimale Starthilfe zum Leben"


Mit diesem Leitspruch seines Vaters, Prof. Dr. h.c. Werner Otto, begann Dr. Michael Otto seine Gratulation zum 40jährigen Jubiläum des Werner-Otto-Institutes. – Hedda Sperl und ich nahmen als Vertreterinnen von Frühstart an der Jubiläumsfeier am 26.09.2014 teil und wir hatten Gelegenheit, etwas mehr über das Institut, das viele unserer Frühchen begleitet hat, zu lernen.

Für Werner Otto kam immer zuerst der Mensch und er sorgte sich vor allem um die kranken Kinder. Das bewegte ihn, 1969 die Werner-Otto-Stiftung zu gründen. 1974 ermöglichte er dank einer sehr großen Spende den Bau des Werner-Otto-Institutes (WOI). Das Ziel des WOI damals wie heute ist es, Kinder mit Entwicklungsstörungen und ihre Familien darin zu unterstützen, möglichst selbstbestimmt und selbstständig zu leben.

Heute ist das WOI eines der größten sozialpädiatrischen Zentren Deutschlands. Hier arbeiten Ärzte und Therapeuten im Team vernetzt zusammen, so dass die kleinen Patienten von der familienorientierten und multidisziplinären Behandlung im hohen Maße profitieren. – Dr. Christian Fricke, seit 1997 Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer des WOI, außerdem amtierender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin wies darauf hin, dass sich die Krankheitsbilder bei Kindern und Jugendlichen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verändert haben; auffällig sei vor allem die Zunahme chronischer, psychischer und psychosomatischer Erkrankungen, zunehmend bedingt durch die neuen Medien wie Internet, Smartphones und Computerspiele. Deshalb wurde das Angebot des WOI entsprechend erweitert. Seit 2005 gibt es den Fachbereich Kinder- und Jugendpsychatrie. Falls eine ambulante Behandlung nicht ausreicht, besteht die Möglichkeit, dass Kinder mit einem Elternteil in der Tagesklinik betreut oder stationär aufgenommen werden.

Von dem umfassenden Angebot des Werner-Otto-Institutes haben im Laufe der Jahre auch viele Frühstart-Familien profitiert. Meist wurden die frühgeborenen Kinder dem WOI bereits im Anschluss an den Klinikaufenthalt vorgestellt, wo sie von einem Team von Fachleuten nach eingehender Diagnostik individuell therapiert wurden. Zu den häufigsten Auffälligkeiten gehören Fütterstörungen ebenso wie Bindungs-, Beziehungs- und Interaktionsprobleme. Während einer stationären Behandlung oder eines Aufenthaltes der Familie in der Tagesklinik werden Probleme im Miteinander erkannt und die Eltern-Kind-Beziehung kann verbessert werden.

Leider gibt es bisher noch keine Einrichtung, wo die jungen Patienten, wenn sie volljährig sind und nicht mehr von Kinderärzten behandelt werden dürfen, weiter betreut werden. Mühsam müssen sich die Familien Fachleute im Bereich der Erwachsenenmedizin suchen. Im Rahmen des Grußwortes von Frau Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz, klang an, dass es hier ab Anfang 2015 ein ambulantes medizinisches Kompetenzzentrum für erwachsene Menschen mit Behinderungen geben soll. Das wäre ein weiterer großer Schritt in der umfassenden Betreuung behinderter Menschen.

In ihrem sehr persönlichen Grußwort hat Kerrin Stumpf, Geschäftsführung Leben mit Behinderung Hamburg dem Team des WOI dafür gedankt, dass man stets um klare und sachliche Information bemüht ist, auch wenn die Diagnose einmal nicht so erfreulich ist. Außerdem erwähnte sie lobend, dass sich die Mitarbeiter Zeit für die Familien nähmen und dass sie den Eltern Mut machten.

Der Festvortrag der Kinderbuchautorin Kerstin Boie drehte sich ums Lesen. Lesen ist der Schlüssel zur Kompetenz in unserer Gesellschaft, lesen ist ein Vergnügen, etwas Grandioses, was wir unseren Kindern auf jeden Fall ermöglichen sollten!

Was wäre das WOI ohne das große Engagement seiner Mitarbeiter? Dr. Otto würdigte zum Schluss seines Vortrages die exzellente Arbeit der Ärzte, Psychologen, Therapeuten und Pflegekräfte: "Möge hier auch in Zukunft auf höchstem wissenschaftlichen Niveau zum Wohle der jungen Patienten gearbeitet werden und mögen die Kinder und ihre Familien diesen Ort weiterhin stets als hilfreich und zugewandt erleben."

Wir sind sehr dankbar dafür, dass es eine Einrichtung wie das Werner-Otto-Institut in Hamburg gibt und wir wünschen Dr. Fricke und seinem Team weiterhin eine so hohe Motivation bei seinen sicher nicht immer leichten Aufgaben – die kleinen Patienten werden es Ihnen danken!

Christiane Stock


10. September 2014: E.ON Hanse Gruppe unterstützt Frühstart!

10. September 2014: E.ON Hanse Gruppe unterstützt Frühstart! 3.000 Euro haben die Mitarbeiter der E.ON Hanse-Gruppe gemeinsam mit ihrem Unternehmen für Frühstart gesammelt. Das Geld wurde im Rahmen des Spendenfonds "Restcent" zusammengetragen. Seit 2005 verzichtet ein großer Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der E.ON Hanse-Gruppe auf die Auszahlung der Netto-Cent-Beträge ihres Gehalts. Der gesammelte Betrag wird dann durch die E.ON Hanse-Gruppe verdoppelt.

Die stattliche Summe von 3.000 Euro übergab E.ON Hanse-Personalvorstand Udo Bottländer gemeinsam mit Detlev Flohr, dem stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Hamburg, am 10. September 2014 an die erste und zweite Vorsitzende von Frühstart Christiane Stock und Natascha Golz.

Für die "Restcent"-Sammelaktion wurde Frühstart von Dirk Tiedje vorgeschlagen. Herr Tiedje ist Mitarbeiter der E.ON Hanse-Gruppe und auch Mitglied bei Frühstart. Seinerzeit lag die Familie mit Sohn Max, der jetzt viereinhalb Jahre alt ist, im Wilhelmstift und wurde von Birte Homburg, die damals die Elterngespräche im Wilhelmstift geführt hat, begleitet.

Wir finden es fantastisch, dass die Mitarbeiter der E.ON Hanse-Gruppe für unseren Verein gesammelt haben. Damit wird eine immer weiter wachsende Gruppe von Kindern und ihren Eltern unterstützt, die besonders in den ersten Lebensjahren auf unsere Hilfe angewiesen sind. Die Spende werden wir zur Mitfinanzierung der vierten Auflage des Nachsorgepasses verwenden. Der Nachsorgepass wurde 2004 entwickelt und hat seitdem vielen Eltern mit zu früh oder krank geborenen Kindern sehr geholfen. - Herzlichen Dank!

Außerdem möchten wir uns bei Familie Tiedje bedanken. Liebe Familie Tiedje, vielen Dank, dass Sie uns all die Jahre verbunden geblieben sind und nun an uns gedacht haben!

Natascha Golz


7. September 2014: Kinderfest in der Asklepios Klinik Nord Standort Heidberg

7. September 2014: Kinderfest in der Asklepios Klinik Nord Standort Heidberg Wie in jedem Jahr, so veranstaltete die Asklepios Klinik Heidberg wieder ein großes Fest mit vielen Aktionen für Kinder und ihre Familien. Das Motto lautete: "Auf nach Indien!" und ließ viel Spannendes erwarten. Und tatsächlich wurden die Besucher nicht enttäuscht:

Junge indische Tänzerinnen in traditioneller Kleidung zeigten ausdrucksvolle Tänze, das indische Essen schmeckte lecker, und die indische Musik bot den Ohren einen schönen Kontrast zur üblichen Disko-Musik. Die Einnahmen aus den vielen Aktionen und die Spenden der Besucher sollen dem 1998 gegründeten Verein "Friends of Padhar" e.V. zu Gute kommen, der das indische Padhar Hospital im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh mit finanziellen und personellen Mitteln unterstützt. So reist z.B. jedes Jahr eine Gruppe deutscher Chirurgen, Anästhesisten und Zahnärzte dorthin, um Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten bei Patienten zu operieren, die sich eine Operation finanziell nicht leisten können. Uwe Thiede, Oberarzt auf der Kinderintensivstation der Heidberg Klinik, engagiert sich ebenfalls für diesen Verein, insbesondere ist er am Aufbau einer Frühgeborenenabteilung im Padhar Hospital beteiligt. Auf dem Kinderfest rührte er unermüdlich die Werbetrommel und schmückte viele Frauen und Mädchen mit dem traditionellen Bindi (roter Punkt auf der Stirn).

Die fleißigen Helfer am gut besuchten Frühstart-Stand waren in diesem Jahr zahlreich: Hedda und Hugo Sperl mit Sohn Maximilian, Christiane Stock, Andrea Rahlf, Ulrike Radloff und Eva Stadler mit Mann und Töchterchen Philippa. Für die erwachsenen Besucher gab es Info-Material zum Thema Frühgeburt, während die Kinder sich vor allem für unsere Frühchen-Puppe interessierten und Kronkorken angelten. Durch eine großzügige Bücher-Spende des Carlsen-Verlags konnten wir die Kinder für "erfolgreiches" Angeln nicht nur mit Süßigkeiten, sondern auch mit den beliebten Pixi-Büchern belohnen. Auch an dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich beim Carlsen-Verlag für diese tolle Bücher-Spende bedanken!

Neben dem Angelspaß mit den Kindern konnten wir viele Gespräche mit betroffenen Eltern führen, die uns von ihren Erfahrungen mit der Frühgeburt ihrer Kinder erzählten. Besonders berührt war ich vom Schicksal einer Frühchenmutter, deren Kind ver-torben war. Sie war durch die Frühchen-Fotos an unserem Stand wieder an ihre Erlebnisse erinnert worden und erzählte sehr offen von ihren negativen, aber z. T. auch positiven Erfahrungen in diesem Zusammenhang.

Weitere Attraktionen des Festes waren die Fahrzeuge von Polizei und Feuerwehr, die Hüpfburg, eine Tombola mit tollen Gewinnen, das Bälle-Bad für die Kleinsten und einiges mehr. Für das leibliche Wohl mit Kaffee, Kuchen und Hotdogs sorgten viele Helfer mit großem Engagement.

Insgesamt war es wieder ein gelungenes Fest, das die zahlreichen Helferinnen und Helfer aus der Klinik auf die Beine gestellt haben. Wir hoffen, dass eine große Spende für den Verein "Friends of Padhar" zusammengekommen ist und wünschen seinen Mitgliedern viel Erfolg bei der weiteren Arbeit.

Andrea Rahlf


8. Juli 2014: Spende der Kita Lohkampstraße an Frühstart

8. Juli 2014: Spende der Kita Lohkampstraße an Frühstart Mitten im Stadtteil Eidelstedt und doch im Grünen liegt die Kindertagesstätte Lohkampstraße, die von Sven Hinrichsen und Jana Hagemann mit viel Engagement geleitet wird. Die Einrichtung (Träger: Elbkinder-Kitas) bietet über 200 Kindern im Alter von 8 Wochen bis zum Schulalter eine ganzjährige Betreuung (ohne Ferienschließung!) und viele zusätzliche Aktivitäten an. Angeschlossen ist auch ein Eltern-Kind-Zentrum, das Eltern mit Kleinkindern einen Treffpunkt zum Erfahrungsaustausch und ein Mittagessen anbietet.

Am 4. Juli fand auf dem riesigen Außengelände ein Sommerfest mit Grillen, Kaffee und Kuchen und vielen Spielangeboten für die Kids statt. Herr Hinrichsen hatte mit seinem Kollegium die Idee, die Einnahmen von diesem Fest an Frühstart zu spenden.

Diese Idee kam nicht von ungefähr: Sven Hinrichsen ist selber Vater eines Frühchens und bietet in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband "Das frühgeborene Kind e.V." bundesweit eine Fortbildung zum Thema "Frühgeborene in der Kita" an. Da Herr Hinrichsen den Einsatz von Frühstart für die Frühgeborenen und ihre Eltern sehr schätzt, besonders auch das Workshop-Angebot für Kitas und Schulen, war es ihm ein Anliegen, unsere Arbeit mit dieser Spende zu unterstützen. Außerdem betreut die Kita auch häufig Frühchen.

Alle Mitarbeiter/innen unterstützten dieses Vorhaben tatkräftig, so dass durch Verkauf und Spenden eine stattliche Summe von 365,50 € zusammenkam!

Stellvertretend für den Vorstand konnte ich dann am 8. Juli bei einem Besuch in der Kita die Spende entgegennehmen, die von Herrn Hinrichsen und Frau Hagemann zusammen mit einer liebevoll gestalteten "Urkunde" überreicht wurde. Im Namen aller Frühstart-Mitglieder und des Vorstandes bedanke ich mich ganz herzlich bei Herrn Hinrichsen, Frau Hagemann und allen Kita-Mitarbeitern für ihren Einsatz und diese großartige Spende!

Andrea Rahlf


23. Juni 2014: Frühstart-Elterntreffen in den Räumen des Kinderlotsen, UKE

Austausch von Erfahrungen rund um die Geburt und die weitere Entwicklung der Kinder


Ich konnte am 23.6. ein "frisch gebackenes" Elternpaar, den Vater zweier Frühchen und zwei Mütter mit älteren Frühgeborenen in den schönen Räumen des Kinderlotsen auf dem UKE-Gelände begrüßen.

Die Eltern tauschten in zwanglosem Rahmen ihre Erfahrungen aus und informierten sich über ihre Anliegen. Weil wir nur eine kleine Gruppe waren, hatte jede(r) genug Zeit und Raum für ihre/seine Fragen. Informationsmaterial (Broschüren, Bücher etc.) lag ebenfalls zur Ansicht bereit.

Bereits in der Vorstellungsrunde zeigte sich das große Bedürfnis der Eltern nach Gesprächen über ihre Erlebnisse und der Wunsch nach Austausch mit Gleichgesinnten. Die Eltern berichteten sehr offen, gelegentlich auch mit viel (Galgen-)Humor, von ihren Erfahrungen mit der Frühgeburt und der weiteren Entwicklung ihrer Kinder. Dabei kamen folgende Themen zur Sprache:
  • Positive und negative Erlebnisse während der Klinikzeit, Umgang mit den Eltern auf den Stationen
  • Erfahrungen mit der Nachsorge (Klinik-Ambulanz und Kinderlotse) und Kinderärzten
  • Stillprobleme
  • Reaktionen des sozialen Umfeldes auf die Kinder
  • Erlebnisse bei nachfolgenden stationären Aufenthalten in Kinderkliniken
  • Frühchen-Kuren: Bericht von Kur-Erfahrungen, Weitergabe nützlicher Tipps zur Beantragung
  • Entwicklungsstand der Kinder
  • Ess- und Gedeih-Probleme
  • Motorische, Wahrnehmungs- und Verhaltensprobleme der Kinder
  • Erfahrungen mit der Beantragung einer Pflegestufe
  • Erfahrungen in der Kita

Die Gespräche waren so lebhaft und intensiv, dass die Zeit im Nu verging und wir uns erst um 22.00 Uhr trennten mit dem Versprechen, in Kontakt zu bleiben.

Herzlichen Dank noch einmal an die Mitarbeiterinnen des Kinderlotsen e.V., die uns ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatten.

Eltern, die Auskünfte zum Thema Frühchen-Eltern-Kind-Kuren wünschen, können sich mit dem Frühstart-Büro (fruehstart(at)yahoo.de, Tel.: 181887-3038) in Verbindung setzten. Wir vermitteln auch gern einen Kontakt zu anderen Frühchen-Eltern mit Kur-Erfahrungen.

Andrea Rahlf


18. Juni 2014: Veranstaltung im Hotel Grand Elysée, Hamburg

18. Juni 2014: Veranstaltung im Hotel Grand Elysée, Hamburg Anlässlich der Neubesetzung der neonatologischen Chefarztstelle im Perinatalzentrum Hamburg-Mitte luden Wilhelmstift und Katholisches Marienkrankenhaus zu einer 3-stündigen Vortragsveranstaltung in festlichem Rahmen im Hotel Grand Elysée, Hamburg, ein. Christiane Stock und ich kamen dieser Einladung gern nach, um den neuen Chefarzt Dr. Lutz Koch kennenzulernen und uns über Neuerungen im Behandlungskonzept der Kliniken zu informieren. Die Moderatorin Susanne Böhm, selber schwanger, führte gekonnt und mit viel Humor durch den Abend.

In einem Grußwort wies der Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke (geistlicher Vorsitz im Marienkrankenhaus) auf die "wilde Lust auf Leben" bei den Frühgeborenen hin, der mit großem Engagement und familienorientierter Hilfe seitens der Klinik zu begegnen sei.

Es folgte eine sehr berührende Performance des Duos Augenmusik mit Musik, Gesang und Sprache zum Thema Frühgeburt. In eindrucksvollen und dynamischen Sandbildern gestaltete Anne Löper den Weg von der elterlichen Liebesbeziehung über die Schwangerschaft und Frühgeburt, Empfindungen der Eltern angesichts ihres viel zu kleinen Frühgeborenen bis hin zu einer "normalen" Familie. Begleitet wurde sie musikalisch und rhythmisch von Saarthaka Schoen mit einer indischen Laute und eigens zu diesem Anlass komponierter Musik. Die Referenten Dr. Holger Maul (Chefarzt der Geburtshilfe am Marienkrankenhaus), Prof. Dr. Johannes Pöschl (Ärztlicher Direktor am Zentrum für Kindes- und Jugendmedizin des Uni-Klinikums Heidelberg) und der neue Chefarzt Dr. Lutz Koch versprachen im Einladungstext, folgende Frage zu beantworten:

"Wie kann die moderne Perinatalmedizin zusätzlich zur besten medizinischen Versorgung auch auf die bindungsrelevanten Bedürfnisse von Eltern und Kindern eingehen?"

Ein hoher Anspruch, der auch hohe Erwartungen bei uns weckte, so dass wir sehr gespannt auf die Vorträge waren!

Dr. Maul stellte zunächst die Frage, ob die Bindungs- und Entwicklungsförderung "nur" ein pseudowissenschaftliches oder ein komplementäres wissenschaftliches Konzept darstellt. Er zeigte die historische Entwicklung in der Geburtshilfe auf: nachdem es zunächst um das Überleben der Wöchnerinnen ging, verschob sich der Fokus allmählich auf das Überleben der Neugeborenen und schließlich auch auf das Überleben kleiner Frühgeborener. Während das Ziel um die Jahrtausendwende noch die Reduktion der Frühgeborenen-Sterblichkeit war, besteht ein Hauptziel seit 2010 in der Reduktion psychosozialer Traumatisierung durch eine Frühgeburt. Dabei unterschied Dr. Maul 3 Stufen der Traumatisierung: das Primärtrauma der zu frühen Geburt, das Sekundärtrauma der Trennung von Mutter und Kind danach und das Tertiärtrauma durch die aufwändige medizinische Versorgung.

Zu Vermeidung der psychosozialen Traumata sind inzwischen folgende Maßnahmen gut in der Forschung belegt:
  • Kontakt zwischen Mutter und Kind sofort nach Kaiserschnitt.
    Durch das hormonelle Zusammenspiel in dieser frühen Phase (Ausschüttung der Bindungshormone Oxytocin und Prolaktin) werden die elterliche Kompetenz und damit die Bindung zum Kind früh gestärkt, der Stillerfolg erhöht sich. Übrigens beeinflusst das Oxytocin auch das Verhalten des Vaters!

  • Kanguruhen und Bonding innerhalb der ersten 3 Stunden. Möglichst keine Trennung vom Kind, egal wie krank es ist.
    Bei einer Trennung entsteht auf Seiten der Eltern hoher Stress und ein Gefühl der Inkompetenz, die die Bindungsentwicklung erschweren und zu Unsicherheit führen. Das gilt es zu vermeiden!

  • Stillen: Anlegen möglichst sofort nach der Geburt.
    Dr. Maul betonte jedoch, dass endlich "Schluss mit dem Muss" sein sollte und die Mütter so begleitet werden müssten, wie sie es wünschen. Hilfestellung ohne Einmischung!

Auch Dr. Pöschl stellte seinen Vortrag unter das Motto: "So wenig Medizin wie nötig, soviel Bindung wie möglich".

Er stellte das Heidelberger Modell EFIB vor (Entwicklungsfördernde, Familienzentrierte, Individuelle Betreuung), das auf dem NIDCAP-Modell von Heidelinde Als basiert. Ziel ist eine für das Frühgeborene optimale Gehirnentwicklung durch Vermeidung von Überstimulation und Überforderung. Die Eltern werden von Anfang an in die Versorgung eingebunden. Studien zeigen eine positive Wirkung auf die Gehirnentwicklung des Frühgeborenen. Dr. Pöschl wies jedoch auch darauf hin, dass es noch viel zu wenig Studien (36 in 40 Jahren!) mit meist nur kleinen Stichproben gäbe, die den Einfluss der NIDCAP- und EFIB-Behandlung zum Gegenstand hätten.

Schließlich stellte sich Dr. Lutz Koch vor, der neue Chefarzt für Neonatale und Pädiatrische Intensivmedizin und Schwerbrandverletzte. Er fühlt sich in seiner Arbeit stark von seiner Ausbildung bei Dr. Pöschl in Heidelberg geprägt und sieht seine Arbeit unter dem Motto "Beschützt, umsorgt, betreut" von folgenden Zielen geprägt:
  • Überleben der Frühchen mit geringstem Schaden sicherstellen
  • Prävention von langfristigen Schäden
  • Bindungsförderung von Anfang an

Er beschrieb das EFIB-Konzept, das er in seinem neuen Wirkungsbereich umsetzen möchte, und zählte einige Maßnahmen auf:
  • Schutz vor schädigenden sensorischen Einflüssen
    Sorge für Abdunkelung, Etablierung eines Tag-Nacht-Rhythmus, Schutz vor Lärm, angemessene Lagerung, großflächige Berührungen, Rituale zur Begrüßung und Verabschiedung, Baden nur im Nestchen etc.
  • Pflege orientiert sich am Schlaf-Wach-Rhythmus des Kindes
    Das Kind soll nach Möglichkeit nicht in seinen Ruhephasen gestört werden. Bisher wurden Kinder z.T. bis zu 200x pro Tag gestört!
  • Einrichtung von 7 Eltern-Kind-Zimmern und 4 zusätzlichen Elternbetten
    Den Eltern soll größtmögliche Nähe zu ihren Kindern ermöglicht werden. Das Kanguruhen und die eigenständige Versorgung des Frühgeborenen durch die Eltern stehen im Zentrum.
  • EFIB-Schulung der Mitarbeiter, Zusammenarbeit in einem interdisziplinären Team
    Die Umsetzung des Konzeptes erfordert eine Schulung der Mitarbeiter, denn es sind z.B. viele Check-Listen auszufüllen. Dr. Koch betont auch den hohen Wert der interdisziplinären Zusammenarbeit beider Häuser bei der medizinischen Versorgung zu früh- oder krank geborener Säuglinge.

Dr. Koch beendet seinen Vortrag mit dem Versprechen, "sich nie zufrieden zu geben mit dem, was gerade ist".

Im Anschluss an die Referate hatten die ca. 64 Teilnehmer die Möglichkeit zu einem zwanglosen Austausch bei leckerem Essen und Trinken.

Dr. Sönke Siefert von SeeYou, der die Arbeit von Frühstart sehr schätzt, stellte Christiane Stock und mich Dr. Koch vor. Dr. Koch ist sehr interessiert, die Elternarbeit im Wilhelmstift fortzusetzen und auch im Marienkrankenhaus zu etablieren. Wir verabredeten ein weiteres Gespräch in naher Zukunft.

Frühstart wünscht Dr. Koch einen erfolgreichen Start als Chefarzt und dass er noch lange seinen erfrischenden Elan im Einsatz für die Frühchen-Familien behält.

Andrea Rahlf


17. Mai 2014: Tag der offenen Tür im UKE und 125-jähriges Jubiläum

17. Mai 2014: Tag der offenen Tür im UKE und 125-jähriges Jubiläum

...und Übergabe der Frühchen-Puppe Lewis an die neonatologische Intensivstation


Am Samstag, den 17.05.14 präsentierten sich die Zentren und Kliniken des UKE in der Zeit von 10-17 Uhr mit mehr als 190 Programmpunkten der Öffentlichkeit. Mit einem extra gestalteten Programmheft konnten die großen und kleinen Besucher auf die Reise über das riesige Klinikgelände gehen: geboten wurden Vorträge, Demonstrationen und interessante Einblicke in die Forschungsarbeit. Im Foyer des Neuen Klinikums konnten die Besucher modernste Operationstechniken kennenlernen. Für die Kleinsten gab es eine Teddyklinik, in der mitgebrachte Plüschtiere professionell verarztet wurden. Auf einer Openair-Bühne präsentierte sich ein buntes Unterhaltungsprogramm mit viel Musik, u. a. mit den mitreißenden Trommel-Rhythmen der UKE-Samba-Band und einem A-Capella-Chor.

Wegen des guten Wetters konnten Christiane Stock und ich unseren Frühstart-Stand im Außengelände vor dem Gebäude des Kinderlotsen aufbauen. Später wurde unser Team durch Schatzmeisterin Hedda Sperl und unsere neue Frühstart-Aktive Birgit Nachtweh ergänzt. Schwester Edelgard Lackmann von der Kinderklinik stellte uns freundlicherweise einen Inkubator zur Verfügung, in den wir unsere Frühchenpuppe legen konnten. Wie eigentlich immer, erwiesen sich Inkubator und Puppe als Besucher-Magnet!

Zumal wir an diesem Tag mit einer Besonderheit aufwarten konnten: Christiane Stock konnte die Frühchen-Puppe Lewis stellvertretend für den Bundesverbandes Das frühgeborene Kind e.V. (BV) an die Mitarbeiterin der Frühgeborenen-Intensivstation Schwester Melanie Brandt und den Leiter der Sektion Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin Prof. Dr. Dominique Singer übergeben.

Baby Lewis ist ein Charity-Projekt des BV, das Kliniken und anderen mit Frühchen arbeitenden Einrichtungen den Erwerb dieser kostbaren Puppen (Kosten: 500,- ?!) ermöglichen soll, die von der Reborn-Künstlerin Ursula Konhäuser in ca. 120 Arbeitsstunden in Handarbeit hergestellt wird. Mit der verblüffend lebensechten Puppe, die einem Frühchen aus der 28. Schwangerschaftswoche nachgestaltet ist, können Pflegende und Eltern Lagerung und Handling üben.

Nachdem sich Melanie Brandt für Puppe Lewis beworben hatte und die Kroschke-Stiftung den größten Teil der Kosten übernommen hatte, konnte Lewis nun feierlich in die Hände seiner neuen "Eltern" übergeben werden, die sich riesig freuten! Damit Lewis den Tag gut überstehen konnte, wurde er vorübergehend in den Inkubator gebettet, und "entpuppte" sich als Star unseres Info-Standes. Sämtliche Besucher waren begeistert, wie lebensecht Größe, Hautfarbe, Haare und Gesicht gestaltet sind. Sie zeigten aber auch viel Betroffenheit angesichts der Winzigkeit.

Diese Besucherreaktionen boten uns Anlass zu vielen Gesprächen, in denen wir erklären konnten, was Frühgeburt für Eltern bedeutet und wie die weitere Entwicklung von Frühchen verlaufen kann. Dabei waren auch unsere Foto-Stellwände und Frühchen-Utensilien wie kleine Schnuller und die winzigen Windeln hilfreich.

Auch mit den Mitarbeiterinnen vom Kinderlotsen, die ein buntes Programm für Eltern und Kinder sowie Waffeln, Kuchen und Kaffee vorbereitet hatten, konnten wir sehr nette Gespräche führen.

Der Kinderbuch-Illustrator Andreas Röckener begeisterte direkt neben uns die Kinder, aber auch die Erwachsenen mit seinen urkomischen, phantasievollen und lehrreichen Zeichnungen und Bildergeschichten. Gemeinsam mit den Kindern zeichnete er viele Fabelwesen und entwickelte mit ihnen passende Geschichten dazu.

Am Ende des Tages waren wir alle ziemlich erschöpft vom langen Stehen und Herumlaufen, aber auch froh, Teil dieser tollen Veranstaltung gewesen zu sein.

Wir gratulieren dem UKE zum Jubiläum und wünschen Frühchen Lewis und seinen neuen "Eltern" alles Gute!

Andrea Rahlf


10. Mai 2014: Tag der offenen Tür und Einweihung des Neubaus im Albertinen-Krankenhaus

10. Mai 2014: Tag der offenen Tür und Einweihung des Neubaus im Albertinen-Krankenhaus Am 10.05.14 öffnete der Hightech-Neubau des Albertinen-Krankenhauses zum ersten Mal seine Pforten für interessierte Besucher.
Christiane Stock und ich konnten mit tatkräftiger Unterstützung von Lina Zackariat (Studentin der Transdiziplinären Frühförderung an der Medical School Hamburg) einen Info-Stand auf dem Flur der neuen geburtshilflichen Station aufbauen, an die auch die Neugeborenen-Intensivabteilung angeschlossen ist.

Der Ansturm der Besucher war enorm: vor allem werdende Eltern wollten die Gelegenheit nutzen, die neuen Räumlichkeiten im 1. Stock des Neubaus anzuschauen und sich über die Angebote zu informieren.

In 4 neuen Kreissälen können Entbindungen in entspannendem Ambiente stattfinden. Sie sind entsprechend der Themen "Aroma" (märchenhafte Welt des Orients), "Wärme" (Erinnerung an einen schönen Sommertag), "Wasser" (geheimnisvolle Unterwasserwelt) und "Bewegung" (Kurzexpedition in den Dschungel) ausgestattet. Auch eine spezielle Badewanne ist vorhanden.

Für die Versorgung der Frühgeborenen stehen 8 Intensivplätze in großzügigen Zimmern zur Verfügung. Die Mütter haben die Möglichkeit, mit aufgenommen zu werden. Ein weiteres Zimmer ist als Aufenthaltsraum für die Frühchen-Eltern vorgesehen. Leider ist es etwas klein geraten und hat keine Fenster (!).

Unser Frühstart-Stand befand sich im Eingangsbereich der Intensivstation, so dass alle Besucher bei uns vorbeikamen. Ihr Interesse wurde von Bilderwänden und vor allem unseren Puppen geweckt, die einen direkten Vergleich von reifgeborenen und frühgeborenen Babys ermöglichen. Durch das Auf-den-Arm-nehmen der Puppen konnten Erwachsene und Kinder die Unterschiede spüren. Das löste vielfältige Reaktionen aus: zärtliche und fürsorgliche Gefühle ("sind die süß!!"), Erschrecken über die Winzigkeit der Frühchen-Puppe und Berührungsängste, Nicht-wieder-hergeben-wollen bei Kindern, Staunen darüber, wie groß ein reif geborenen Baby dann doch sein kann (Kommentar einer hoch schwangeren Frau: "Oh je, so groß habe ich mir das nicht vorgestellt!") und immer wieder Erinnerungen an die Geburt der eigenen Kinder. Beim Anblick der kleinen Söckchen und Mützchen boten uns einige ältere Damen spontan ihre Hilfe beim Stricken an.

So konnten wir viele interessante Gespräche führen und auf die Problematik der Frühgeburt hinweisen.

Das Rahmenprogramm im Foyer des Neubaus, im Außenbereich und auf den verschiedenen Stationen war beeindruckend! Die Besucher konnten sich über die Angebote der Klinik durch geführte Rundgänge informieren, ein Herz- und ein Darm-Modell begehen, die eigenen Fertigkeiten in einer ziemlich echt wirkenden endoskopischen Untersuchung testen, Kurzvorträge und Demonstrationen verschiedener Untersuchungs- und Behandlungsmethoden besuchen u.v.m. Die Kinder wurden von einem Luftballon-Mann unterhalten, der aus Ballonschlangen die phantasievollsten Tiere zauberte. Und natürlich war auch bestens für das leibliche Wohl gesorgt!

Insgesamt war es eine sehr aufwändige, interessante und gut besuchte Veranstaltung (geschätzt: 3000 Interessierte!).

Am 2.6.14 wird dann der lange erwartete Umzug der Frühgeborenen Intensivstation NIA in die neuen Räume erfolgen.

Ich besuche seit Juni 2013 14-tägig die Frühchen-Eltern auf der NIA und bin ebenfalls gespannt, wie sich die Atmosphäre der neuen Station auf das Arbeitsklima des Pflegepersonals, die Befindlichkeit der Eltern und die Versorgung der Frühgeborenen auswirken wird.

Frühstart drückt Pflegepersonal, Eltern und Frühchen ganz fest die Daumen, dass der Umzug reibungslos verläuft und sich alle gut einleben.

Andrea Rahlf


12. April 2014: Budnikowski-Patentag

12. April 2014: Budnikowski-Patentag Auch in diesem Jahr veranstaltet die Budnikowski-Filiale am Schmuggelstieg in Norderstedt wieder zwei Patentage für Frühstart.

Die Kunden finden an diesen Tagen einen Info-Stand von Frühstart vor und haben die Möglichkeit, gegen eine Spende Artikel aus einem bunten Sortiment, Waffeln und Kaffee zu erwerben. Für die Kinder gibt es kleine Extras wie Luftballons, Indianer-Stirnbänder etc. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Einkaufs-Bon aufzurunden. Die Differenzsumme am Ende der Tage geht ebenfalls als Spende an Frühstart.

Unser Frühstart-Team wird bei Waffelbäckerei und "Kundenanimation" von der Filialleiterin Frau Denk und ihren Kolleginnen Frau Reipen und Frau Glanz tatkräftig unterstützt. Deshalb möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bei den Budnianerinnen für ihren engagierten Einsatz an den Patentagen und ihre Treue zu Frühstart bedanken!

Wir haben jedes Mal wieder viel Spaß und freuen uns über die Spenden-Einnahmen, mit denen wir unsererseits die Frühgeborenen-Familien und die Kliniken in ihrer Arbeit unterstützen können.

Andrea Rahlf


20. Februar 2014: Schulstammtisch

20. Februar 2014: SchulstammtischFrühstart, vertreten durch Hedda und Hugo Sperl, Ulrike Döhrn und Andrea Rahlf, konnte 9 Frühchen-Eltern, davon 3 Väter, im Restaurant Kesselhaus in Alsterdorf zum Schulstammtisch begrüßen.

In gemütlicher Runde bei Essen und Trinken stellten wir uns und unsere Kinder kurz vor und teilten uns dann in kleine Gesprächsgruppen auf, um die Anliegen der einzelnen Eltern besser besprechen zu können.

Einige Eltern wünschten sich Rat bei der Schulauswahl für ihre noch jüngeren Kinder, während andere schon erste Erfahrungen mit Schule gesammelt hatten und diese Erlebnisse gerne weiter gaben.

Zusammengefasst schilderten die Eltern folgende Erfahrungen:

Ihre frühgeborenen Kinder hatten mit Wahrnehmungs- und Konzentrationsproblemen zu kämpfen, die Lehrer zeigten zu wenig Interesse und Verständnis für die Frühchen-Thematik, und es gab zu wenig Erzieher und Sozialpädagogen in den betreffenden Schulen bzw. Klassen. Es stehen zu wenig sonderpädagogische und sozialpädagogische Förderstunden zur Verfügung, die Zuweisung dieser Stunden erfolgt pauschal über den KESS-Faktor einer Schule und ist nicht personenbezogen. Sonderpädagogische Stunden gehen dabei oft an "auffällige Regelkinder".
Damit die Kinder den Schulstoff schaffen, ist viel außerschulisches Engagement der Eltern erforderlich.
Einige Eltern fühlten sich unsicher bezüglich des richtigen Zeitpunktes für die Einschulung und die Wahl der "richtigen" Schule für ihr Kind. Auch ein möglicher Schulwechsel bei anhaltenden Problemen wurde diskutiert.

Neben den schulischen Themen tauschten sich die Eltern über ihre Erfahrungen mit der Frühgeburt ihrer Kinder aus. Die Erlebnisse und Gefühle in der ersten Zeit nach der Geburt waren bei allen noch sehr präsent.

Das Treffen wurde von allen als sehr positiv empfunden und endete mit der einstimmigen Entscheidung, sich wieder zu treffen.
Für die Gruppe wurde ein E-Mail-Verteiler angelegt, über den sich die Eltern zu aktuellen Themen austauschen und informieren können.
Insgesamt war es ein gelungener Abend, wir freuen uns auf eine Fortsetzung! Weitere Interessenten sollten sich bei uns per Mail melden, damit wir sie zum nächsten Stammtisch einladen können.
Unser Ziel, ein regelmäßiges Treffen für Eltern zur Schulthematik zu installieren, konnten wir erreichen.

Hilfreiche Links zum Thema:
www.fruehgeborene-rlp.de/440info_schule.php
www.hamburg.de/integration-inklusion
www.fruehgeborene-bildung.de

A. Rahlf, H. Sperl und U. Döhrn


18. Februar 2014: Spende für Frühstart von den Mitarbeitern des Asklepios Klinikums Nord Heidberg

18. Februar 2014: Spende für Frühstart von den Mitarbeitern des Asklepios Klinikums Nord HeidbergAnlässlich der Weihnachtsfeier 2013 der Asklepios Klinik Nord haben Mitarbeiter 700 Euro gespendet. Dieses Geld wurde am 18.02.2014 zu gleichen Teilen an Frühstart und die Nestbauer, die Nachsorgeorganisation der Kinderintensivstation der Asklepios Klinik Heidberg übergeben. Joachim Gemmel, Geschäftsführender Direktor des Klinikum Nord, nennt uns als einen Kooperationspartner des Hauses, dessen Engagement geschätzt wird und möchte die Zusammenarbeit mit uns festigen.

C. Stock


19. Januar 2014: Kinderzauber

19. Januar 2014: Kinderzauber

Alle Jahre wieder: "Hamburger Kinderzauber" in der Alsterdorfer Sporthalle


Auch in diesem Jahr war unser Elternverein Frühstart mit einem Informationsstand auf diesem tollen Event für Familien vertreten.
Ulrike Döhrn, Barbara Brenner, Hedda und Hugo Sperl, Andrea Rahlf und Christiane Stock betreuten den Frühstart-Stand mit tatkräftiger Unterstützung von "unseren" Frühchen Maximilian und Juliane.

Das größte Hamburger Kinderfest wird seit 2004 alljährlich von der Stiftung für Familienorientierte Nachsorge "See You" gemeinsam mit dem Katholischen Kinderkrankenhaus Wilhelmstift organisiert.

Dabei verwandelt sich die karge Sporthalle jedes Mal in ein Paradies für Kinder aller Altersstufen, in dem die allermeisten Aktivitäten dank der Unterstützung verschiedener Sponsoren kostenfrei sind: Hüpfburgen, Eisenbahn, Karussell, Kinderschminken u.v.m. laden zum Mitmachen ein, während auf der Showbühne die Aussteller vorgestellt werden und Musiker Groß und Klein unterhalten.
Außerdem gab es bei einer Tombola mit Losverkauf viele Preise zu gewinnen. Jeder Preis war ein Gewinn! Zwischendurch konnten sich alle mit verschiedenen Leckereien und Getränken stärken.
Rund um den Hallenbereich informierten verschiedene Organisationen wie z.B. der Verein für Verwaiste Eltern und Geschwister, ADHS Deutschland und Ferien auf dem Bauernhof über ihre Angebote für Kinder und Familien.

Auch an unserem Stand informierten sich viele Eltern und Kinder über Frühgeborene. Die Besucher konnten mit unseren Puppen in verschiedenen Größen die Unterschiede zwischen Früh- und Reifgeborenen "erfühlen" und anhand von Fotos beispielhaft die Entwicklung eines Frühchens nachvollziehen. Es war sehr berührend zu sehen, dass einige Eltern über diesen Weg intensiv ins Gespräch mit ihren Kindern kamen, ihnen das Anschauungsmaterial erklärten und von ihrer Babyzeit erzählten. Auch uns machte es Spaß, auf die Fragen der Kinder einzugehen und Frühgeburt einmal kindgerecht zu erklären!

Wir kamen mit Eltern ins Gespräch, die eigene Erfahrungen mit der Frühgeburt machen mussten. Dabei waren vor allem den Müttern die Gefühle aus dieser Zeit noch sehr präsent, so dass auch einige Tränen vergossen wurden. Sehr beeindruckt waren wir auch von 77-jährigen (!) Zwillingen, die unseren Stand besuchten. Sie erzählten, dass sie als Neugeborene in eine Zigarrenkiste passten!

Insgesamt war es eine sehr lebendige, gelungene Veranstaltung, bei der die Kinder im Zentrum standen. Vielen Dank an "See You" und den Wilhelmstift für ihr großartiges Engagement!

Andrea Rahlf